Eilmeldung

Eilmeldung

Oligarchen knausern beim Immobilienbudget

Sie lesen gerade:

Oligarchen knausern beim Immobilienbudget

Schriftgrösse Aa Aa

Selbst Russlands vermögendster Oligarch, Michail Prochorow, muss jetzt auf die Million schauen. Er will den Kauf eines Luxusdomizils, der legendären Villa Leopolda an der Côte d’Azur, nachverhandeln – und streitet sich mit der Besitzerin um die Anzahlung, immerhin 39 Millionen Euro. Fast 500 Millionen Euro soll Prochorow für das Anwesen in Villefranche-sur-Mer geboten haben.

Der Milliardär hatte sein Geld während der Privatisierung von Rohstoffkonzernen in der Öl- und Nickelbranche verdient. Nach dem Ranking der reichsten Russen im Magazins “Finans” schrumpfte sein Vermögen von 21,5 Milliarden Dollar auf jetzt 14,1 Milliarden Dollar. Nur weil die anderen noch mehr verloren, führt Prochorow die Liste an. Der Notar Jean-Jacques Hermant zeigt Verständnis: “Seien es nun Herr Prochorow oder Herr X, Y, Z – die hätten doch genau den gleichen Reflex wie jeder Franzose oder ein Geschäftsmann, der im Besitz seiner geistigen Kräfte ist – man verhandelt nach.” Bis zu 15 Prozent haben die Preise in den vergangenen Monaten nachgegeben. Auch Chelsea-Inhaber Roman Abramovitch will offenbar seine Bleibe in Cap d’Antibes loswerden – ein typischer Käufermarkt ? Immobilienmakler Michael Zingraf: “Es gehen in der Tat viel weniger Anfragen von Milliardären ein. Aber es gibt ja auch noch die Millionäre. Und bei den kleineren Geldbeuteln, so zwischen drei und zehn Millionen, gibt es immer noch genug Nachfrage.” Und wie geht es weiter mit der Villa Leopolda, gebaut vor gut 100 Jahren im Auftrag von Belgiens König Leopold II in der Nähe von Monaco ? Laut ‘Financial Times’ will die Witwe des letzten Käufers Edmond Safra lieber die Anzahlung spenden als die 39 Millionen Euro wieder herauszurücken.