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Umstrittener Bischof Williamson in England

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Umstrittener Bischof Williamson in England

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Der aus Argentinien ausgewiesene katholische Bischof Richard Williamson ist auf dem Flughafen London-Heathrow in seiner Heimat Großbritannien eingetroffen.

Unter hohem Sicherheitsaufgebot verließ der Priester der Piusbruderschaft den Flughafen und fuhr an einen unbekannten Ort. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, Williamson habe das Recht, nach Großbritannien zurückzukehren. Er sei ein britischer Staatsbürger und habe sich nicht strafbar gemacht. Williamson war aus Argentinien ausgewiesen worden, weil er seine Aussagen zum Massenmord an Juden durch die Nazis nicht zurück nahm. Der Bischof hatte in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen gesagt, er glaube nicht, dass sechs Millionen Juden umgebracht worden seien, sondern höchstens zwei- bis dreihunderttausend. Auch die Existenz von Gaskammern bestritt er. Die Piusbruderschaft distanzierte sich von Williamson. Sie habe keinerlei Autorität in geschichtlichen Fragen; die Äußerungen Williamsons gäben in keiner Weise die Haltung der Gemeinschaft wieder. Die Bruderschaft vertritt einen sehr konservativen Katholizismus und wendet sich gegen wesentliche Reformen der letzten Jahrzehnte. Williamson und drei andere Geistliche hatten sich sogar gegen den Willen des Vatikans zu Bischöfen weihen lassen und wurden daraufhin aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Ihre Wiederaufnahme vor kurzem sorgte für Schlagzeilen und machte auch die Haltung Willamsons weithin bekannt.