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Massenprotest von Opel-Arbeitern


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Massenprotest von Opel-Arbeitern

Arbeiter der deutschen Opel-Werke haben am Stammsitz in Rüsselsheim für ihre Arbeitsplätze demonstriert. Mehrere tausend Beschäftigte forderten den Erhalt von Opel, auch ohne die schwer angeschlagene Mutterfirma General Motors in den USA. Auch in anderen vielen anderen europäischen Ländern gab es Proteste gegen die Pläne von GM.

General Motors existiert nur noch dank milliardenschwerer Staatshilfen. Eine neue Hiobsbotschaft wurde heute bekannt: Im letzten Jahr hat die Firma 24 Milliarden Euro verloren. Weltweit will sie Werke schließen und Zehntausende Stellen streichen. Die Opelaner haben genug von der Ungewissheit: “Sie sehen ja hier, was los ist”, sagt einer der Demonstranten; “viele haben die Schnauze voll; viele sagen, es reicht, so kann es nicht weitergehen. Und mein Eindruck ist auch, in der Bevölkerung sagen viele: Gut, dass welche anfangen, sich zu wehren.” Die Zukunft der deutschen Werke ist unklar; neben Rüsselsheim sind das Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. Bund und betroffene Länder deuten Hilfe an, wollen aber erst ein tragfähiges Konzept sehen. Für Freitag ist eine Krisensitzung des Opel-Aufsichtsrats geplant. Acht bis neun Milliarden Euro an Hilfe würde Opel wohl langfristig brauchen, um ohne General Motors zu überleben. Diese Zahl ist jetzt aus Gesprächen zwischen der Unternehmensführung sowie Bund und Ländern durchgesickert. An einem solchem Hilfspaket müssten sich aber mehrere europäische Länder beteiligen; rechtliche und technische Einzelheiten einer möglichen Trennung von General Motors sind unklar. Fest steht nur, dass der schwedische Autohersteller Saab, ebenfall eine GM-Tochter, künftig seinen eigenen Weg gehen will – wenn das aus der jetzigen Pleite heraus noch möglich ist.
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