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Milutinovic - der Schatten Milosevics

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Am Ende einer jahrzentelangen Karriere im kommunistischen Staatsapparat wird Milan Milutinovic im Dezember 1997 zum Präsidenten Serbiens gewählt und folgt Slobodan Milosevic im Amt. Als Chef der Teilrepublik ist er zugleich Mitglied des höchsten Verteidigungsrates der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Zwar verfügt er über Macht, doch er bleibt im Schatten seines Studienfreundes und Parteikollegen, des Diktators Milosevic, der Präsident Jugoslawiens ist. Dieses setzt sich zu jener Zeit nur noch aus Serbien und Montenegro zusammen. Als Außenminister nimmt Milutinovic 1995 an den Friedensverhandlungen von Dayton teil, mit denen der Bosnien-Krieg beendet wird. Doch in Dayton wird die Kosovo-Frage nicht gelöst, um die es dann vier Jahre später im französischen Rambouillet geht. Milutinovic ist gegen eine weitrechende Autonomie der Kosovaren, die Milosevic diesen Jahre zuvor genommen hatte. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Unabhängigkeitskämpfern und serbischen Sondereinheiten gehen weiter und drohen die ganze Region erneut in einen Krieg zu reißen. Rund 800.000 Kosovo-Albaner flüchten, die Bilder erinnern an die so genannten ethnischen Säuberungen in Bosnien und Kroatien. Im Mai 1999 klagt das internationale Kriegsverbrecher-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien Milutinovic der Kriegsverbrechen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Kurz nachdem sein Mandat als serbischer Präsident zu Ende geht, stelt er sich dem UN-Gericht, wo er sich für nicht schuldig erklärt.