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Citibank teilverstaatlicht, Manager gefeuert

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Citibank teilverstaatlicht, Manager gefeuert

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Die Lage der US-Wirtschaft ist noch düsterer als befürchtet: Ähnlich stark war der Konjunktureinbruch zuletzt vor 27 Jahren nach der Zweiten Ölkrise. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Auch das laufende Quartal soll genauso schlecht werden wie das zuvor.

Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im vierten Quartal 2008 aufs Jahr hochgerechnet um 6,2 Prozent. Ein Schock – Ökonomen hatten mit 5,4 Prozent Minus gerechnet, die Regierung mit nicht mal 4 Prozent. Das dritte Quartal hatte noch mit minus 0,5 Prozent abgeschnitten. Für das Gesamtjahr 2008 ergibt sich ein Wachstum von 1,1 Prozent. Konsumausgaben, Investitionen und Außenhandel waren zum Jahresende auf breiter Basis abgesackt. Schock Nummer zwei: Nach dem Auftauchen neuer überraschender Milliardenlöcher bei der Citigroup weitet die US-Regierung ihre Beteiligung massiv aus und feuert Manager. Künftig hält der Staat als größter Anteilseigner bis zu 36 Prozent. Vorzugsaktien des Staates in Höhe von maximal 25 Milliarden Dollar werden in Stammaktien umgewandelt. Vorbedingung: Auch private Investoren müssen mitziehen und auf diese Weise mindestens in derselben Höhe zur Stärkung der Kapitalbasis beitragen. Sollten alle Parteien mitziehen, so würde das Eigenkapital der Bank von bisher knapp 30 auf rund 81 Milliarden Dollar aufgestockt. Die Citigroup hat bisher 45 Milliarden Dollar an staatlichen Hilfen und rund 300 Milliarden Dollar Bürgschaften erhalten. Der Einstieg heizte Spekulationen über weitere Teil- oder Vollverstaatlichungen weiter an. Der Markt reagierte mit Entsetzen: Die Aktie der Citigroup verlor zeitweise mehr als 50 Prozent und riss weltweit die Märkte nach unten.