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Islands Nationalbankchef Oddsson tritt zurück

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Islands Nationalbankchef Oddsson tritt zurück

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Islands heftig umstrittener Nationalbankchef David Oddsson ist zurückgetreten. Der konservative Ex-Regierungschef gilt in der Bevölkerung als einer der Hauptverantwortlichen für den Zusammenbruch des isländischen Finanzsektors mit katastrophalen Folgen für die 320.000 Bürger.

Oddsson verabschiedete sich von den Mitarbeitern der Bank in Reykjkavik wenige Stunden vor der Verabschiedung eines Sondergesetzes, das vorsieht, dass Islands Nationalbankchef künftig einen akademischen Grad als Ökonom vorweisen muss. Zuvor hatte Oddsson in einem Interview erklärt, die neue Regierung der Sozialdemokratin Jóhanna Sigurdardóttir habe das Gesetz lediglich eingebracht, um ihn aus dem Amt zu zwingen. Oddsson ist Jurist. Nach wochenlangen Protesten sind in Island für den 25. April Neuwahlen vorgwesehen. Die Inselrepublik im Nordatlantik konnte im Gefolge der Finanzkrise nur durch Kredite des Internationalen Währungsfonds und befreundeter Länder vor der Staatspleite bewahrt werden. Oddsson hatte bisher alle Aufforderungen zum Rücktritt mit Hinweis auf die Unabhängigkeit der Zentralbank zurückgewiesen.