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Kleinere mit größeren EU-Staaten uneins

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Über die wirtschaftliche Schieflage will die EU am Sonntag erneut auf einem Sondergipfel beraten. Da die Krise Mittel- und Osteuropa besonders fest im Griff hat, versammeln sich am Vormittag bereits neun betroffene Staaten zu Gesprächen. Sie kritisieren, dass sie als kleinere Mitgliedsländer zu wenig Geld haben, um umfangreiche Hilfspakete für Industrie und Wirtschaft zu schnüren. Hilfspakete wie in größeren EU-Staaten, die nach ihrer Meinung die EU-Wettbewerbsregeln außer Kraft setzen.

So hatte Frankreichs Präsident milliardenschwere Unterstützungen für die heimische Autoindustrie angekündigt, unter der Bedingung, dass dort keine Werke geschlossen werden. Dem Protektionismus soll nach Willen der tschechischen Ratspräsidentschaft auf dem Gipfel eine klare Absage erteilt werden. Die Gespräche sollen auch um den angeschlagenen Bankensektor in Osteuropa kreisen. Ungarn drohte bereits der Staatsbankrott. In vielen Ländern platzen die Immobilienblasen. Trotz der angespannten Situation rät der ungarische Wirtschaftsexperte Zsolt Darvas westeuropäischen Banken davon ab, Kapital aus den betroffenen Ländern wegzunehmen. Sonst würde sich die Krise seiner Meinung nach weiter verschärfen. Vom Gipfel werden keine neuen Initiativen erwartet. Dem Problem der steigenden Arbeitslosenzahlen will sich die EU auf einem weiteren Sondertreffen im Mai in Prag widmen.