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Vatikan kritisiert Williamson-Entschuldigung

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Vatikan kritisiert Williamson-Entschuldigung

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Die erneute Entschuldigung des umstrittenen Bischofs Richard Williamson kommt im Vatikan schlecht an: Als unzureichend ist sie dort inzwischen zurückgewiesen worden.

Williamson bedauert zwar seine Aussagen, in denen er den Massenmord der Nazis an den Juden leugnet; er entschuldigt sich auch für die Wirkung, die das gehabt habe: Eine Rücknahme seiner Ansichten ist das nun aber gerade nicht – und genau die will der Vatikan von ihm haben. Von einer verkorksten Erklärung und einem Bedauern dritter Klasse spricht nun zum Beispiel auch der Zentralrat der Juden in Deutschland. Inzwischen prüfen Politiker, ob Williamson wegen seiner Äußerungen belangt werden könnte. Allerdings verweist die EU auf die einzelnen Mitgliedsländer: In den meisten sei die Leugnung des Holocaust strafbar, sagt der Justizkommissar. Aus Deutschland kommt jetzt die Idee, gegen Williamson einen europäischen Haftbefehl auszustellen. Laut Justizministerin wäre das möglich, weil das fragliche Interview in Deutschland aufgenommen wurde – wo die Leugnung strafbar ist. Ob es einen solchen Haftbefehl aber tatsächlich geben wird, ließ sie offen. In dem Interview bezweifelte Williamson die Zahl der ermordeten Juden in der Nazizeit; auch habe es keine Gaskammern gegeben, sagte er. Wegen seiner Ansichten wurde er diese Woche aus Argentinien ausgewiesen, wo er seit langem gelebt hatte. Seitdem ist er wieder in seiner Heimat Großbritannien. Weithin bekannt wurden seine Ansichten, als er vor kurzem wieder in die katholische Kirche aufgenommen wurde. Damit zog auch der Papst scharfe Kritik auf sich. Er hat sich inzwischen aber klar von Williamson distanziert. Die Kirche hatte Williamson verstoßen, weil er sich gegen den Willen des Vatikans zum Bischof weihen ließ. Williamson gehört der Piusbruderschaft an, die wesentliche Reformen im Katholizismus nicht anerkennt.