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ETA erbombt sich mediale Aufmerksamkeit

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ETA erbombt sich mediale Aufmerksamkeit

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Verletzt wurde bei dem Anschlag auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen des Baskenlandes am letzten Tag des vergangenen Jahres glücklicherweise niemand. Noch höher als der Sachschaden in Bilbao war der symbolische Wert, denn die baskische Terrororganisation ETA wollte damit zeigen, dass ihre Positionen mit denen der gemäßigten Nationalisten unvereinbar sind. “Sie hat die Dreistigkeit zu sagen, dass Anschläge, Attentate gegen das baskische Volk, Bomben gegen das Fernsehen, der Sache des Volkes dienen”, so der empörte Chef der Regionalregierung, Juan Jose Ibarrexte, der zugleich die gemäßigten Nationalisten führt. “Wie dient man denn dem Volk, wenn man tötet und zerstört?” Zum ersten Mal ist keine radikale Partei oder Bewegung zu der Regionalwahl zugelassen, keine die es ablehnt, die Gewalt der ETA ausdrücklich zu verurteilen. Die spanische Justiz verbot die Bewegungen Askatasuna und Demokratie Drei Millionen.

Mit der Begründung, dass sich dahinter die illegale Partei Batasuna verbirgt, wurden im Januar zahlreiche Führungsmitglieder von Askatasuna und Demokratie Drei Millionen festgenommen. Batasuna, der politische Arm der ETA, ist seit 2003 verboten. Seither bringen sich die Radikalen mit Gewaltakten und Anschlägen ins Gespräch. Sie wollen die mediale Aufmerksamkeit, um zu zeigen, dass sie nicht aufgegeben haben. Politisch sind sie machtlos, doch sie besitzen die Macht, Angst und Terror zu verbreiten. Die Sprache der Radikalen sind die Bomben, die in jüngster Zeit vor allem in den Vertretungen von Parteien detonierten, so auch bei den gemäßigten Nationalisten Ibarrextes. Diese regieren die autonome Region seit rund drei Jahrzehnten. Die Abstimmung über ein neues Regionalparlament findet in einem Klima der Spannungen und der Angst vor neuen Anschlägen statt. Die verbotenen Parteien und Gruppierungen riefen ihre Anhänger auf, zur Wahl zu gehen, für niemanden zu stimmen oder die verbotenen Parteien handschriftlioch auf den Stimmzetteln hinzuzufügen.