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Lettland: Am Rande des Staatsbankrotts

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Lettland: Am Rande des Staatsbankrotts

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Ein Blick nach Lettland: Der baltische Staat ist von der Finanzkrise besonders hart betroffen. Das Land stehe vor dem Bankrott, sagte am Donnerstag der frühere Finanzminister Valdis Dombrovskis kurz nach seiner Nominierung als künftiger Ministerpräsident. Sein Amtsvorgänger Ivar Godmanis war am Kampf gegen die Krise gescheitert.

Nur durch Kredite über rund siebeneinhalb Milliarden Euro von Internationalem Währungsfonds und EU konnte der Staatsbankrott bislang verhindert werden. Den 2,3 Millionen Letten stellte Dombrovskis weitere, schmerzhafte Haushaltskürzungen in Aussicht. Lettland muss in diesem Jahr mit einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts um zwölf Prozent rechnen. Vor drei Jahren war es noch um zwölf Prozent gewachsen. Rating-Agenturen raten von Investments in Lettland ab. Der an den Euro gekoppelte Lats verschärft die Lage weiter, eine Abwertung der Währung will der künftige Regierungschef aber unbedingt verhindern. Mit ihrem Protest gegen die Sparpolitik hatten zehntausende Letten die Regierung zum Rücktritt gezwungen. Zuvor hatte sich bereits der Landwirtschaftsminister dem Druck der Straße gebeugt. Es war nach der isländischen bereits die zweite Regierung in Europa, die am Kampf gegen die Krise zerbrach.