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Wahlen in Galizien und Baskenland: Machtwechsel möglich

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Wahlen in Galizien und Baskenland: Machtwechsel möglich

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In zwei spanischen Regionen haben Wahlen zu den Regionalparlamenten begonnen. Die Abstimmung gilt auch als Test für die regierenden Sozialisten in Madrid: Sie könnten im Baskenland die Macht übernehmen – und in Galizien verlieren.

Erstmals stehen auf baskischen Stimmzetteln keine Parteien, die mit der ETA sympathisieren. Die verbotene Separatistenorganisation nannte den Urnengang undemokratisch. Im Vorfeld war es zu Anschlägen gekommen. Die Nationalisten von Ministerpräsident Juan José Ibbaretxe könnten erstmals seit fast drei Jahrzehnten die Macht verlieren. Umfragen zufolge sind viele Basken des blutigen Kampfes um Unabhängigkeit müde. Ob Patxi Lopez’ Sozialisten daraus Kapital schlagen können, bleibt offen. Bei der Stimmabgabe wurde der regionale Spitzenkandidat von Separatisten beschimpft. Möglich wäre eine unbeliebte Koalition mit den Konservativen. Sowohl Galizien als auch das Baskenland sind Regionen mit eigenen Sprachen und Kulturen. In Galizien rechnet sich die konservativen Volkspartei Chancen aus, die links-nationalistische Koalition zu verdrängen und die Macht zurückzuerobern. Parteichef Mariano Rajoy, selbst aus Galizien und Oppositionsführer in Madrid, konnte aus der Wirtschaftkrise bislang kaum Nutzen ziehen – auch wegen eines Korruptionsskandals in der eigenen Partei. Die Wahlbeteiligung gilt Beobachtern zufolge als entscheidend. Die großen Parteien forderten eindringlich zur Stimmabgabe auf. Insgesamt sind knapp viereinhalb Millionen Menschen an die Urnen gerufen. Mit Ergebnissen wird im Laufe des Abends gerechnet.