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Schwieriger Wiederaufbau im Gazastreifen

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Schwieriger Wiederaufbau im Gazastreifen

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Die Waffen schweigen im Gazastreifen seit Wochen, doch die Situation der Bewohner hat sich seit Ende der Kämpfe nicht entscheidend gebessert. Wer sein Haus verloren hat, lebt in Zelten, ohne ordentliche Wasserversorgung und ohne ausreichend Nahrung.

“Die reden doch nur und machen nichts,” meint eine Bewohnerin eines Zeltdorfes zur Konferenz in Kairo:“Sehen Sie doch, wie es uns geht, die kümmern sich nicht um uns. Unsere Söhne werden von der Kälte krank, und schauen Sie sich diese Zelte an: Vergangene Nacht hat sie ein Sturm weggerisen!” Während der 22-tägigen Militäroffensive starben 1300 Palästinenser, die Bomben richteten aber auch enorme Sachschäden an. Mehr als 1000 Fabriken und Werkstätten sind unbrauchbar, fast die Hälfte der 120 Gesundheitszentren sind zerstört. Dazu kommen viele Wohnhäuser. Die palästinensische Statistikbehörde beziffert den Gesamtschaden auf 1,5 Milliarden Euro. 5000 Häuser sind zerstört, 20.000 Häuser beschädigt, zum Teil sind sie unbewohnbar. Die Palästinenser machen sich nun an den Wiederaufbau, oder besser: würden sich gerne an den Wiederaufbau machen, aber es fehlt an Baumaterial. Schuld daran sei Israel, sagen die Palästinenser, weil die die kein Baumaterial in den Gazastreifen hinein lassen, aus Angst, die Hamas könnte es zum Bunker bauen benutzen. Die Folge: Der Schwarzmarkt blüht. Ein Bauherr berichtet:“Ein Sack Zement kostet jetzt 250 Schekel, (47 Euro) vor kurzem hat er noch 30 Schekel, (5 Euro) gekostet. Das Eisen, das wir benutzen ist recycled, weil an keinem Grenzübergang welches durchgelassen wird.” Die Einschränkungen an der Grenze beinträchtigen auch dringende Hilfe, an den Übergängen hängen Lebensmittel und Medikamente fest. Ein Vertreter der Vereinten Nationen sagt:” Wir müssen diese Übergänge so schnell wie möglich wieder öffnen um Hilfsgüter hinein zu bringen, wir können zur Zeit noch nicht mal das, was gespendet wurde hinein bringen.” Eine Lösung für die Wohnungsnot könnten Neubauten sein: sie sind bereits vor dem Krieg für Obdachlose Palästinenser begonnen worden. Derzeit aber ruhen die Arbeiten: wegen Materialmangel.