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Richter dreht Karadzic das Mikro ab

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Richter dreht Karadzic das Mikro ab

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Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic hat sich vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag erneut geweigert, sich “schuldig” oder “nicht schuldig” zu bekennen. Er erkenne das Tribunal überhaupt nicht an, sagte der 63-jährige Psychiater, der sich selbst verteidigt, zur Begründung. Der Richter meinte daraufhin, er werde jetzt davon ausgehen, dass die Verteidigung – also Karadzic – auf “nicht schuldig” plädiere. Zweimal drehte der Richter Karadzic das Mikrofon ab, als dieser zu argumentieren beginnen wollte.

Karadzic war erst im Sommer vergangenen Jahres in Belgrad festgenommen worden. Er hatte dort unter falschem Namen und mit Bart eine Praxis als Heilpraktiker betrieben. Karadzic werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Die Anklage wurde zuletzt gestrafft und die Orte der Verbrechen begrenzt, um eine schnellere Abwicklung des Prozesses zu gewährleisten. Sollte Karadzic schuldig gesprochen werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.