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Unsicherheit in Guinea-Bissau

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Unsicherheit in Guinea-Bissau

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In dem westafrikanischen Kleinstaat Guinea-Bissau sind innerhalb weniger Stunden erst Armeechef Tagme Na Wei und kurz darauf Präsident Joao Bernardo Vieira ermordet worden. Zunächst hatte es geheißen, Soldaten hätten ihn aus Rache getötet.

Der 69-jährige Vieira wurde erschossen als er aus seinem Haus vor Angriffen fliehen wollte. Streitkräfte hätten nach dem Mord sein Haus geplündert, berichteten Augenzeugen. Die Militärführung distanzierte sich vom Mord an Vieira. Die Regierung behauptet die Lage im Griff zu haben Ministerpräsident Carlos Gomes Júnior sagte: “Wir hatten ein Kabinettstreffen mit der Armee um herauszubekommen, was geschehen ist. Wir haben offen gesprochen und unser gemeinsamer Patriotismus hilft uns, die Krise zu bewältigen.” Der Kleinstaat mit seinen eineinhalb Millionen Einwohnern gilt als eines der wichtigsten Transitländer für den Kokainschmuggel von Südamerika nach Europa. Die frühere Kolonialmacht Portugal verurteilte die beiden Mordanschläge scharf und der stellvertretende Außenminister Joao Cravinho verlangte weiter: “Es ist wichtig, dass die Verfassung respektiert wird. Wir werden prüfen, ob und wie die internationale Gemeinschaft die Lage in Guinea-Bissau stabilisieren kann.” Auch die Europäische Union hat die Ermordung Vieiras verurteilt. Die acht Mitglieder der Gemeinschaft Portugiesischsprachiger Länder CPLP entsenden nun Vertreter in die Krisenregion, um die Lage dort zu sondieren.