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Einblicke in die Evolution im Golf von Neapel

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Einblicke in die Evolution im Golf von Neapel

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Für Zoologen und Meeresbiologen ist der Golf von Neapel ein Paradies. Dank seines Artenreichtums haben sie hier ungeahnte Forschungsmöglichkeiten – was Neapel international einen bedeutenden Platz in der Disziplin verschafft.

Der deutsche, von Darwins Thesen geleitete Zoologe Anton Dohrn errichtete hier Ende des neunzehnten Jahrhunderts die Zoologische Station zur Erforschung der Meeresfauna. Heute hat sie sich zu einem angesehenen Institut der Grundlagenforschung gemausert, mit einem bedeutenden Archiv der Biologie-Geschichte. Eins der Geheimnisse, das die Biologen in Neapel aufklären wollen, ist die Befruchtung: Genauer der Mechanismus, wie ein Spermium eine Eizelle befruchten kann, und welche Faktoren die weitere Entwicklung der befruchteten Eizelle steuern, die Differenzierung der einzelnen Zellen und die morphologische Ausprägung gesamter Organismen. In Neapel wird das an Eiern von Seesternen erkundet: “Wir nutzen in Neapel sehr innovative Methoden, denn wir haben erklären können, wie bestimmte Proteine durch die Spermien aktiviert werden. Das wurde möglich, weil die Eier des Seesterns, anders als die von anderen Säugetieren oder von Frauen, größer sind, und transparent. Wir konnten mit Nadeln im Mikrobereich all die Substanzen injizieren, die wir brauchten, um diese Aktivierung auszulösen oder zu unterbinden”, erklärt die Forscherin Luigia Santella. Während die Meeresbiologen in Neapel den Ursprüngen des Lebens auf den Grund gehen, hat ein Kollege von der University of Washington gerade eine neue Fisch-Spezies klassifiziert. Nach einjährigem DNA-Vergleich definierte er die wie ein Gummiball auf dem Meeresboden springende Kreatur als Froschfisch-Art, und gab ihr dank ihrer leuchtenden Farben den offiziellen Namen “Histiophryne psychedelica.” Taucher hatten das eigenartige Wesen vor einem Jahr in indonesischen Gewässern entdeckt.