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Obama und Brown rufen Ende des Neoliberalismus aus

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Obama und Brown rufen Ende des Neoliberalismus aus

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US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown haben sich für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte ausgesprochen. Zwar seien freie Märkte unerlässlich, sagte Obama nach einem Treffen mit Brown im Weißen Haus. Nötig sei aber auch ein Regulierungssystem, damit die Märkte nicht außer Kontrolle gerieten. Brown schlug einen globalen ‘New Deal’ vor, in dem alle Länder ihre Konjunktur durch Finanzspritzen ankurbeln und ihr Bankensystem reformieren sollten. Er ist der erste europäische Regierungschef, der Obama besucht.

“Barack und ich, wir haben darüber gesprochen – wie nötig eine kompetente Aufsicht über sogenannte Schattenbanken ist,” sagte Brown – gemeint sind Hedge Fonds, Anleiheversicherer oder Investmentbanken. Auch unakzeptable Bankpraktiken müssten überwacht werden, aus dem Ruder gelaufene Gehaltssysteme, die kurzfristige Deals belohnten und nicht den langfristigen Erfolg. “Das sind die Veränderungen, die wir bereits angekündigt haben und so wird`s auch gemacht.” Vor 30 Jahren hatten sich die Vorgänger der beiden, Ronald Reagan und Margaret Thatcher, für den Neoliberalismus stark gemacht – möglichst wenig Staat sollte die Wirtschaft bremsen. Die Quittung: Die Finanzkrise mit bisher unvorstellbarer Kapitalvernichtung. So fiel der Dow-Jones-Index an der New Yorker Börse nach dem Rekordverlust beim US-Versicherungskonzern AIG – knapp 50 Milliarden Euro in nur einem Quartal – auf den niedrigsten Wert seit 1997. Das britische Pfund leidet unter dem Risiko des einflussreichen britischen Banksektors und ist in Euro nur noch halb so viel wert wie vor drei Jahren. Verstärkt durch die Gleichzeitigkeit der Ereignisse schlägt die Finanzkirse weltweit extrem negativ auf die Realwirtschaft durch.