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Streit um Europawahl-Kandidaten der französischen Sozialisten

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Streit um Europawahl-Kandidaten der französischen Sozialisten

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NEIN-Sager auf der Europawahl-Liste der französischen Sozialisten sorgen für Streit – in der Partei und mit europäischen Genossen, und dies drei Monate vor den nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament: Ein Drittel der Kandidaten der französischen Sozialisten hatten sich bei der Volksabstimmung 2005 gegen die europäische Verfassung ausgesprochen. Und diese Kandidaten stehen nun auch noch auf den aussichtsreichsten Listen-Plätzen. Das neue Europaparlament werde wichtige Zuständigkeiten haben, sagt der deutsche Abgeordnete Jo Leinen von der sozialistischen Fraktion, und daher brauche man Kandidaten, die für Europa sind und die europäische Integration vorantreiben wollen. Eine euroskeptische oder gar antieuropäische Tendenz könne sich seine Fraktion nicht erlauben. Nur drei Monate vor der Wahl ist der Streit im Gange: Die französischen Sozialisten kamen mit ihrer Liste etwas später als ihre deutschen und britischen Genossen, die ihre Listen schon vor mehreren Wochen vorlegten. Der französische Sozialist Gilles Savary steht auf einem wenig aussichtsreichen Platz der sozialistischen Liste. Bedauerlicherweise müsse er eine interne Gruppenbildung feststellen, sagt Savary, und die Gruppen ließen sich allein von innenpolitischen Gesichtspunkten leiten. Das sei enttäuschend; man könnte an der Sozialistischen Partei verzweifeln, die seit der Ära von Mitterand und Delors keinen europäischen Geist mehr habe. Das neue Europaparlament wird am 7.Juni gewählt.