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Machtkampf in Kiew: Sorge um neuen Gasstreit

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Machtkampf in Kiew: Sorge um neuen Gasstreit

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In der Ukraine hat sich das Machtgerangel zwischen Präsident Viktor Juschtschenko und Regierungschefin Julia Timoschenko verschärft. Vermummte, bewaffnete Geheimdienst-Mitarbeiter stürmten die Zentrale des Energieversorgers Naftogas. Medienberichten zufolge suchten sie die Original-Verträge mit dem russischen Gazprom-Konzern, laut Naftogas jedoch erfolglos.

Der Geheimdienst, der Präsident Juschtschenko nahesteht, hatte am Montag Ermittlungen wegen der Unterschlagung von Gas aufgenommen. Juschtschenko hatte den von seiner ehemaligen Verbündeten und jetzigen Kontrahentin geschlossenen Vertrag mit Gazprom kritisiert. Ob noch ausstehende Beträge für den Monat Februar fristgerecht bis zum Wochenende gezahlt würden, ließ er offen. Ministerpräsidentin Timoschenko, die zu Gesprächen mit Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy in Paris weilte, verurteilte die Aktion als Einschüchterungsversuch. Sie verteidigte die von ihr im Januar geschlossenen Verträge. Alles Laufe nach Plan, es werde keine weiteren Konflikte geben, die Ukraine werde ein verlässlicher Partner für den Gastransit nach Europa sein. Im Januar war der Gasstreit eskaliert, fast zwei Wochen lang war der Transit blockiert, in Teilen Europas herrschte vorübergehend Energienotstand. Naftogas verischerte, dass ein Großteil der Rechnung beglichen sei, der Rest werde bis zum Wochenende überwiesen. Timoschenko und Juschtschenko gelten als Konkurrenten für die nächste Präsidentenwahl in der Ukraine.