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Bankgeheimnis: Schweiz will mehr Zusammenarbeit

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Bankgeheimnis: Schweiz will mehr Zusammenarbeit

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Im Streit um das Bankgeheimnis setzt die Schweiz vorerst auf mehr Zusammenarbeit mit anderen Ländern. Das hat der Bundesrat beschlossen, ohne aber in Einzelheiten zu gehen – die sollen nun schnell von einer hochrangigen Arbeitsgruppe geklärt werden.

Hintergrund ist die Angst, möglicherweise schon bald international isoliert zu werden: “Auf einer schwarzen Liste zu sein”, sagt Bundespräsident und Finanzminister Hans-Rudolf Merz, “ist für alle nicht gut – für den Finanzplatz nicht, für den Werkplatz nicht und letztlich für unsere Volkswirtschaft und damit für unser Land.” Am Bankgeheimnis selbst will die Schweiz festhalten; für sie dient es dem Schutz des Einzelnen vor einem zudringlichen Staat. Das sieht nicht jeder so; so ist der Chef der Sozialdemokraten auch enttäuscht über die neuen Beschlüsse: Er habe erwartet, sagt Christian Levrat, dass man aus einer passiven Rolle in die des Anführers wechsele; dass ebenso wie Österreich, Luxemburg oder England auch die Schweiz ohne ein Bankgeheimnis auskomme, das ja doch nur die Gauner auf diesem Planeten schütze. Morgen berät die Schweiz mit Österreich und Luxemburg über weitere Schritte. Alle drei stehen unter wachsendem Druck, Ausländern keine Steuerzuflucht mehr zu gewähren – sonst könnte in der Tat eine schwarze Liste drohen, mit daraus folgenden Sanktionen. Schon Anfang nächsten Monats wird das Thema sein in London, beim nächsten Gipfeltreffen der G-20-Staaten.