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Sudans Staatschef droht allen Hilfsorganisationen mit Ausweisung

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Sudans Staatschef droht allen Hilfsorganisationen mit Ausweisung

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Der Staatschef des Sudan, Omar Baschir, hat allen Hilfsorganisationen, diplomatischen Vertretungen und der UN-Mission gedroht, er werde jeden ausweisen, der sich nicht an die Gesetze des Landes halte. Vor tausenden Menschen zeigte er sich gut gelaunt, – trotz des Haftbefehls, den der Internationale Gerichtshof in Den Haag gegen ihn erlassen hat. Baschir ist das erste amtierende Staatsoberhaupt, gegen das der Haager Gerichtshof einen Haftbefehl erlassen hat. Der Vorwurf lautet “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”, begangen in Darfur. Dort wurden nach Schätzungen der UNO rund dreihundert-tausend Menschen getötet sowie weit über zwei Millionen vertrieben. Kurz nach Erlass des internationalen Haftbefehls verwies Baschir 13 ausländische Hilfsorganisationen des Landes; drei sudanesische Organisationen wurden aufgelöst. Die offizielle Begründung lautete, die Organisationen hätten mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammengearbeitet. Die Hilfsorganisationen bestreiten das. Gestern erklärte Baschir in Khartum, die ausländischen Helfer seien Diebe, die 99 Prozent der Gelder einbehalten hätten. Die Ausweisung der Helfer wird laut UNO die ohnehin schon dramatische Lage noch weiter verschlimmern.