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Verurteilung des Anschlags auf britische Soldaten

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Verurteilung des Anschlags auf britische Soldaten

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Die nordirische Polizei fahndet nach den Attentätern, die am Samstagabend vor einer Kaserne nördlich von Belfast zwei britische Soldaten erschossen haben. In einem Anruf bei einer Zeitung in Dublin bekannte sich die “Real IRA”, eine Abspaltung von der Untergrundorganisation IRA, zu dem Anschlag. Sowohl nationalistisch-katholische als auch unionistisch-protestantische Politiker verurteilten den Anschlag und bekannten sich zur Fortsetzung des Friedens- und Aussöhnungsprozesses.

“Diese Handlung wurde von Menschen ausgeführt, die den Friedensprozess vollständig ablehnen. Es war verkehrt, es war kontraproduktiv, es hätte nie passieren dürfen. Ich glaube, diese Leute wollen so viele britische Soldaten wie möglich wieder auf die Straßen bekommen”, kritisierte der stellvertretende nordirische Ministerpräsident Martin McGuinness den Anschlag. Der Katholik McGuinness ist Mitglied der Partei Sinn Fein, die als politischer Arm der IRA bezeichnet wird. Nach Angaben der Polizei eröffneten die Täter das Feuer mit Maschinenpistolen, als die Soldaten eine Pizza entgegennehmen wollten. Als ihre Opfer schon am Boden lagen, feuerten die Attentäter demnach eine weitere Salve ab. Die beiden Pizza-Boten und zwei weitere Soldaten wurden verletzt. Zuletzt war 1997 ein britischer Soldat bei einem Anschlag in Nordirland getötet worden. Die “Real IRA” steckte auch hinter dem Anschlag von Omagh von 1998, mit 29 Toten dem blutigsten in der Geschichte des Nordirland-Konfliktes.