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Armee in Madagaskar spricht Machtwort

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Armee in Madagaskar spricht Machtwort

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Nach monatelangem Machtkampf hat die Armee in Madagaskar den Konflikt-Parteien ein Ultimatum von 72 Stunden gestellt, um eine Lösung zu finden. Was sie nach Ablauf der Frist plant, blieb offen. Der Verteidigungsminister, der erst einen Monat im Amt war, trat offenbar unter Druck des Militärs zurück.

Seit Dezember ringen auf der Afrika vorgelagerten Insel der Präsident und der abgesetzte Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo um die Macht. Präsident Marc Ravalomanana räumte inzwischen Fehler ein: Seine Gegner werfen ihm diktatorische Machenschaften und mangelnde Abhilfe gegen die Armut vor. Geschäfte seines Familienimperiums waren in den vergangenen Wochen geplündert worden. Ob es am Donnerstag zu direkten Gesprächen mit Herausforderer Andry Rajoelina kommt, war zunächst unklar. Rajoelina war am Wochenende vorübergehend aus Angst vor einer Festnahme untergetaucht. Er steht jetzt unter Schutz der UNO. Die Kirche und die Vereinten Nationen bemühen sich um Vermittlung. Nach der Jagd der Präsidentengarde auf Demonstranten Anfang Februar, bei der 28 Oppositionelle ums Leben kamen, hat sich der Wind auf Madagaskar gedreht: Das Militär will nicht mehr auf die Bevölkerung schießen und einige Soldaten meuterten am Wochenende.