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Neuer Krieg in Nordirland?

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Neuer Krieg in Nordirland?

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Gut neun Jahre hatte es nach dem Karfreitagsabkommen von 1998 gedauert, ehe die britische Armee im Sommer 2007 ihren Abzug aus Nordirland beendete. 38 Jahre lang waren britische Soldaten in der Provinz stationiert und wurden von der IRA bekämpft. Doch auch nach dem Friedensabkommen ging es nicht gewaltfrei zu in der Unruheprovinz. Erst im Januar explodierte wieder eine Autobombe, im Februar wurden 5 Polizisten verletzt.

Hugh Orde, Northern Ireland Police Chief Constable, also der Polizeichef von Nordirland verweist auf eine über die letzten Monate hin ständig gestiegene Bedrohung von Polizei und Militär in Nordirland. wörtlich: “Wir sind entschlossen, weiterhin eine Polizeiarbeit in normalem Stil zu machen, die aber der erhöhten Bedrodung angemessen ist.” Nachdem die IRA 2005 offiziell das Ende ihres bewaffneten Kampfes verkündet hatte, waren unter internationaler Kontrolle die abgegebenen Waffen vernichtet worden. Man kann davon ausgehen, dass nicht alle IRA-Kämpfer dem Friedenskurs ihrer Führer folgten. Einige dürften auch ihre Waffen behalten haben. Der Wissenschaftler Rick Wilford von der Queens-University in Belfast schätzt, die “Wahre IRA” habe einige Dutzend, vielleicht auch um die hundert Mitglieder. Sie habe wenig Erfolg bei ihren Anwerbeversuchen und sei relativ schlecht bewaffnet. Das hatte diese Splittergruppe aber schon in vergangenen Jahren nicht daran gehindert, zu töten. Im August 1998 starben in einer Einkaufsstraße von Omagh 29 Menschen. Gerry Adams, Parteiführer der SinnFein, die jahrzehntelang als politischer Arm der IRA galt, spricht von einem Versuch, wieder einen Konflikt zu entzünden, damit in den Straßen britische Soldaten die Politiker verdrängen. Das werde seine Partei nicht zulassen.

Über lange Jahre hin hatte die britische Armee bis zu 27.000 Mann in Nordirland stationiert. Geblieben sind nur 5.000 Mann, die auch nicht mehr durch die Straßen patrouillieren. Alle Politiker wollen, dass es so bleibt.