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Motivsuche nach Amoklauf in Deutschland

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Motivsuche nach Amoklauf in Deutschland

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Nach dem dreistündigen Amoklauf an diesem Mittwoch in der Umgebung von Stuttgart rätselt Deutschland über die Motive, die den 17jährigen Tim K.

zu den Gräueltaten brachten. Er galt als unauffällig und hatte im vergangenen Jahr seinen Realschulabschluss in der Schule gemacht, in der er nun allein neun Schüler und drei Lehrerinnen mit gezielten Kopfschüssen in den Tod jagte. Die Schule bleibt vorerst geschlossen. Aus anderen Bundesländern wurden Schul- und Polizei-Psychologen zur Betreuung der Schüler, Lehrer, Angehörigen und Polizisten nach Baden-Württemberg geschickt. Experten halten für auffällig, dass unter den Opfern vor allem Mädchen sind. Mobbing-Vermutungen werden ebenso weiter verfolgt wie mögliche rechtsextreme Motive. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Schütze Munition für weit mehr Opfer bei sich. Der Amoklauf in der Schule verlief demnach offenbar geplant, die Flucht, bei der er drei weitere Menschen tötete, eher kopflos. Der Amoklauf in den USA tags zuvor war möglicherweise ein Auslöser. Was bleibt, ist Fassungslosigkeit. Am Abend wurde in Winnenden ein ökumenischer Trauergottesdienst abgehalten. Wie man das Drama hätte verhindern können, fragen sich nicht nur die Anwohner. Unter Deutschlands Politikern hat die Debatte über neuerliche Abhilfeversuche begonnen – wie schon nach dem Amoklauf in Erfort vor sechs Jahren.