Eilmeldung

Eilmeldung

Gesucht: Wege aus der globalen Krise

Sie lesen gerade:

Gesucht: Wege aus der globalen Krise

Schriftgrösse Aa Aa

Es ist die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Großen Depression in den 30er Jahren. Darüber sind sich die Regierungen einig – über mehr aber auch nicht. Sicher ist: Es muss gehandelt werden, irgendwie.

Nach Berechnungen von Experten wurden durch die Krise weltweit bislang etwa 40.000 Milliarden Euro in Form von Wertpapieren vernichtet. Entsprechend dramatisch ist der Vertrauensverlust. Erstmals seit 1945 gehen Weltbank und Internationaler Währungsfonds in diesem Jahr von einer Schrumpfung der globalen Wirtschaftsleistung aus. Demnach dürfte auch der Welthandel zurückgehen – zum ersten Mal in 80 Jahren. Die Lähmung der Finanz- und Kreditmärkte hat eine wirtschaftliche Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die Nachfrage und Verbrauch einbrechen ließ. In englischen Stroud etwa schließt ein Laden nach dem anderen. Leerstehende Geschäfte hättben immer einen negativen Effekt, sagt eine Stadträtin. Die gesamte lokale Wirtschaft sei davon betroffen. Zudem steige die Kriminalität, und die Menschen fühlten sich in ihrem eigenen Stadtzentrum unwohl. In den USA ist die Arbeitslosigkeit auf mehr als acht Prozent im Februar geradezu explodiert. Rund 650.000 Jobs gingen verloren. Die Unternehmen müssen angesichts der Rezession ihre Kosten so stark wie möglich drücken, um überhaupt zu überleben. Präsident Barack Obama will mit Konjunkturmaßnahmen aus der Krise, die 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Deutlich mehr als die Europäer. Die Deutschen nehmen 3,3 Prozent des BIP in die Hand, doppelt so viel wie Briten und Franzosen. Zwischen Amerikanern und Europäern mehren sich die Meinungsverschiedenheiten über die richtigen Wege aus der Krise, wie Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker erklärt: “Die anhaltenden Appelle der Amerikaner an die Europäer, zusätzliche Haushaltsanstrengungen zu unternehmen, um gegen die Krise zu kämpfen, passen uns nicht.” Viele Volkswirte sagen, erst müsse der kranke Finanzsektor von seinen faulen Wertpapieren und Krediten geheilt werden. Solange dies nicht geschehe, drohten die zahlreiche Konjunkturprogramme wirkungslos zu bleiben.