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Lage der Flüchtlinge im Tschad

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Lage der Flüchtlinge im Tschad

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Djabal ist ein Lager im Tschad, nicht weit entfernt von der Grenze zum Sudan. 17.000 Flüchtlinge leben hier. Sie mussten im Laufe der vergangenen Jahre vor den Angriffen der Dschandschawid-Rebellen aus Darfur fliehen.

Dass der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Drahtzieher, Sudans Staatschef Al-Baschir, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgestellt hat, gibt den Flüchtlingen Genugtuung. Abdil Aziz Adam Hosman sagte, “wenn Al-Baschir verhaftet wird, werden die Dschandschawid-Milizen keine Macht mehr haben. Denn sie bekommen ihre Waffen, ihr Essen und alles andere von Al-Baschir.” Von der Flüchtlingsbehörde der Vereinten Nationen werden die Menschen im Lager mit Wasser, Medikamenten und auch Bildung versorgt. Aber die Ruhe täuscht. Die Milizen sind nicht fern. Nach einer Anklage gegen Al-Baschir befürchtet der Leiter des Camps José Fischel eine massive Flüchtlingswelle, die in eine humaitäre Tragödie münden könnte. Er warnte, “wegen mangelnder Unterstützung und fehlenden Schutzes kann es sein, dass Tausende sich dazu entscheiden, die Grenze zu überqueren und in den Tschad kommen.” Gilles Desesquelles, der Leiter der Delegation der Europäischen Kommission für den Tschad, sagte Euronews, er sei davon überzeugt, dass die sudanesische Regierung direkt in die MassAker der Reitermilizen involviert sei. “Der Tschad schätzt – und die EU und die Kommission haben das auch aufgedeckt, dass die Rebellengruppen aus dem Tschad, die das Gebiet überfallen, vom Sudan unterstützt werden.” Nach Zahlen von Oxfam gibt es pro Monat etwa 25 Rebellenangriffe. Seit Anfang des Jahres wurden auch ein Dutzend humanitäre Mitarbeiter zum Ziel der Milizen. Um den Konflikt wirklich zu lösen, appellieren die Hilfsorganisationen vor Ort an die Konfliktparteien, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.