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Warnung: Triebwerksfehler kann sich wiederholen

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Warnung: Triebwerksfehler kann sich wiederholen

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Nach der Bruchlandung einer Boeing 777 Anfang letzten Jahres in London warnen die Behörden vor einem neuen Unglück. Die amerikanische Luftfahrtaufsicht NTSB hat festgestellt, dass der Triebwerksfehler, der dazu führte, sehr wahrscheinlich wieder passieren kann. Die entsprechende britische Behörde, die AAIB, hat diesen Fehler jetzt bestätigt.

Triebwerkshersteller Rolls-Royce muss nun ein Teil in seinen Trent-800-Turbinen verändern. Es handelt sich um einen Wärmetauscher, einen so genannten FOHE. Die mehr als zweihundert Maschinen dieses Typs mit diesen Triebwerken, im Einsatz bei elf Fluggesellschaften, dürfen aber weiterfliegen. Der Luftfahrtjournalist Chris Yates von der Fachzeitschrift Jane’s Aviation hält das für unbedenklich. Beide Behörden seien unter den weltbesten Einrichtungen dieser Art, sagt er. Sie hätten gewaltige Erfahrung, und ihre Empfehlungen seien dem angemessen, was damals in London passiert sei. Laut den Untersuchungen bildet sich am Eingang des Wärmetauschers Eis – aus dem Wasser, das im Treibstoff enthalten ist. Unter bestimmten Umständen kann dieses Eis dann die Treibstoffzufuhr blockieren: Folge ist ein plötzlicher Schubverlust, der “engine rollback”. Einige Monate nach dem Unglück von London hatte eine weitere Boeing 777 dieses Problem beim Flug über die USA; zum Glück nur in einem der beiden Triebwerke. Das neue Teil soll innerhalb eines Jahres fertig sein. So lange müssen die Piloten bestimmte Sondervorschriften befolgen, um die Eisbildung zu verhindern. Sobald der neue Wärmetauscher zugelassen ist, muss er innerhalb von sechs Monaten in allen der fraglichen Triebwerke eingebaut sein.