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Machtkampf auf Madagaskar geht weiter

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Machtkampf auf Madagaskar geht weiter

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Der Machtkampf auf Madagaskar geht unvermindert weiter. Zum ersten Mal seit Tagen hat sich der Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo wieder öffentlich gezeigt; er führt den Widerstand gegen den Staatspräsidenten an und hatte sich auch schon selbst zum Staatsoberhaupt ausgerufen. Seit letzter Woche hielt er sich aber versteckt.

Die Opposition hat nach eigenen Angaben jetzt die Macht auf der Insel übernommen; bestätigen lässt sich das nicht. Dem Präsidenten gab sie eine Frist von vier Stunden, um aufzugeben und zurückzutreten. Der Chef der selbsternannten Parallelregierung kündigte außerdem eine Präsidentenwahl innerhalb von zwei Jahren an. In dem Machtkampf sind in den letzten Wochen weit über hundert Menschen getötet worden. Die Opposition wirft dem Staatspräsidenten vor, sich in seiner Amtszeit bereichert zu haben – während der Großteil der Bevölkerung aus dem stetigen Wirtschaftswachstum keinen Nutzen zog. Auch Teile der Armee mischen sich jetzt in den Konflikt ein, weil sie mit der Lage in dem Machtkampf unzufrieden sind. Meuternde Einheiten drohten damit, sie verfügten über Panzerfahrzeuge und würden sie einsetzen, falls Söldner in das Land kämen. Die Opposition verdächtigt den Präsidenten, er wolle fremde Kämpfer einsetzen, um sich an der Macht zu halten.