Eilmeldung

Eilmeldung

Umstrittene Kandidatur für Sotschi-Chefposten

Sie lesen gerade:

Umstrittene Kandidatur für Sotschi-Chefposten

Schriftgrösse Aa Aa

Ein umstrittener Mann macht Karriere: Im russischen Parlament sitzt Andrej Lugowoi schon – jetzt tritt er wahrscheinlich zur Bürgermeisterwahl in Sotschi an, in fünf Jahren Ort der Olympischen Winterspiele.

Für seine Partei, die nationalistischen Liberaldemokraten, ist er der Wunschkandidat; nächste Woche wird entschieden. “Wenn es so kommt, nehme ich die Verantwortung auch an”, sagt Lugowoi. “Was ich kann, habe ich beim Militär gezeigt, in der Wirtschaft und jetzt in der Politik.” Dass er einiges kann, glaubt man gerne auch in Großbritannien: Dort gilt Lugowoi als Verdächtiger für den Mord am Regierungskritiker Alexander Litwinenko, Ende 2006 in London. Lugowoi bestreitet das; Russland liefert ihn auch ohnehin nicht aus. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seitdem auf einem Tiefpunkt. Der Posten in der Olympiastadt Sotschi ist begehrt: Gerade hat auch Boris Nemzow seine Kandidatur erklärt. Nemzow war schon Vize-Regierungschef und ist inzwischen einer der bekanntesten Oppositionspolitiker in Russland. Gewählt wird Ende nächsten Monats. Hoher Favorit ist allerdings Amtsinhaber Anatoli Pachomow, der für das Geeinte Russland antritt – die Partei also, die auch das Land mit großer Mehrheit regiert. Er wäre dann auch derjenige, der die Welt 2014 zu Olympia begrüßt – und nicht der als Mörder gesuchte Lugowoi.