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Ausschreitungen nach Festnahmen südlich von Belfast

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Ausschreitungen nach Festnahmen südlich von Belfast

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Nach der Festnahme von drei Verdächtigen für die Morde an britischen Soldaten ist es in Nordirland zu Unruhen gekommen.

Wenige Stunden nach der Verhaftung der Männer, die als IRA-Abweichler gelten, griffen Maskierte die Polizei in der Ortschaft Lurgan, südlich von Belfast, mit Molotov-Cocktails an. Seit der Ermordung zweier Soldaten in einer Kaserne in Antrim ist die nordirische Polizei vor allem auf der Suche nach Mitgliedern der sogenannten Wahren IRA, die sich zu dem Anschlag bekannt hatte. Bei einem der nun Verhafteten handelt es sich um Colin Duffy, der bereits in der Vergangenheit als IRA-Mitglied im Gefängnis saß. Seit 2007 hatte sich Duffy offen von der Sinn Fein-Partei, dem politischen Arm der katholischen Untergrundorganisation IRA, distanziert, und die Regierungsbildung von Sinn Fein mit der protestantischen Unionistenpartei DUP scharf kritisiert. Die Ausschreitungen reflektieren die angespannte Lage in der britischen Provinz Nordirland, in der die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt wurden. Gestern fand für die beiden Opfer des Anschlages der Wahren IRA ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt – am Eingang der Kaserne, wo die beiden erschossen wurden.