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Lage in Madagaskar weiter unklar

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Lage in Madagaskar weiter unklar

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Die Lage im Machtkampf auf Madagaskar bleibt unklar. Staatspräsident Marc Ravalomanana hat jetzt bekräftigt, dass er nie zurücktreten werde, wie es die Opposition von ihm verlangt. Stattdessen bietet er nun eine Volksabstimmung an, die über den weiteren Kurs des Landes entscheiden soll.

Damit reagiert Ravalomana auf die Forderung der Opposition: Deren Anführer Andry Rajoelina hatte am Tag zuvor ein Ultimatum von vier Stunden gesetzt; innerhalb dieser Frist sollte der Präsident zurücktreten. Allerdings verstrichen die vier Stunden, ohne dass etwas passierte. Rajoelina, der inzwischen abgesetzte Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo, hat sich selbst zum Staatspräsidenten ernannt und eine Parallelregierung eingesetzt. Er beteuert, die Kontrolle über das Land und die Armee zu haben. Das Gleiche versichert allerdings auch sein Widersacher. In dem Machtkampf sind in den letzten Wochen weit über hundert Menschen getötet worden. Dazu kommen schwere wirtschaftliche Verluste: Investoren halten sich ebenso zurück wie ausländische Urlauber. Die Opposition wirft dem Präsidenten unter anderem vor, er habe sich bereichert – während andererseits der Großteil der Bevölkerung trotz Wirtschaftswachstums leer ausgeht und in bitterer Armut lebt.