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El Salvadors schmerzlicher Weg

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El Salvadors schmerzlicher Weg

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In Mexiko wurde das Friedensabkommens für El Salvador unterzeichnet.1992 war das.

Ein gutes Jahr, um Konflikte zu beenden, denn der Kalte Krieg war vorbei, in dem die Großmächte häufig in so kleinen Ländern ihre Stellvertreterkriege ausgefochten hatten. So endete in dem kleinen mittelamerikanischen Land ein Bürgerkrieg mit mehr als 70.000 Toten. Entzündet hatte der sich wie so oft in Lateinamerika an sozialen Mißständen. Die wenigen großen Landbesitzerfamilien wollten eine Reform zugunsten von Kleinbauern verhindern. Zusätzlich aufgeschreckt waren sie durch die Sandinisten, die nebenan in Nikaragua gerade Diktator Somoza vertrieben hatten. Es lieferten sich nicht nur linke Guerilla und rechte Todesschwadronen blutige Gefechte. Letztere erschossen auch den Erzbischof von San Salvador, Oscar Arnulfo Romero. Es war die Zeit der Reagan-Regierung in den USA mit ihrem scharfen Anti-Kommunismus und ihrer Serie von US-Interventionen in Lateinamerika. Der Fernsehreporter Mauricio Funes hatte viel zu berichten in jenen blutgetränkten Jahren. El Salvadors neuer Präsident war kein Kämpfer, er war Berichterstatter, u.a. für den spanischen Dienst von CNN. Der 1959 in einfachen Verhältnissen geborene hat viele Fragen gestellt – auch dem brasilianischen Präsidenten Lula da Silva, an dessen Reformmodell er sich sich anlehnen will. Die Verpflichtung zum Politikwechsel, so Funes, ergebe sich nicht zuletzt aus der Weltwirtschaftskrise, die El Salvador vor allem wegen dessen Abhängigkeit von den USA besonders hart treffen werde. Er sagt: “Unser Wachstum beruht vor allem auf den Überweisungen der in den USA arbeitenden Landsleute an ihre Familien”, und warnt, es hänge damit direkt ab von der Wirtschaftsentwicklung dort. In Zahlen sieht das so aus: 2,5 Millionen Salvaridorianer leben und arbeiten in den USA . Und die überweisen pro Jahr umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro, was daheim 17 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Der neue Präsident betonte, eine Konfrontation mit den USA sei völlig ausgeschlossen, vielmehr werde er eine Politik des gegenseitigen Verstehens anstreben. Funes wörtlich: “Es wäre aus meiner Sicht verrückt daran zu denken, gegen Präsident Obama Politik zu machen.”