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Madagaskars Präsident gibt auf

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Madagaskars Präsident gibt auf

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Madagaskars Präsident gibt offenbar auf. Ein Berater sagte am Telephon, Marc Ravalomanana werde die Macht an die Armee abgeben. Diese unterstützt die Opposition. In der Hauptstadt Antananarivo herrscht gespannte Ruhe. Der Präsident hält sich in einer Residenz am Stadtrand verschanzt, tausende Anhänger sollen sich dort versammelt haben.

Afrikanische Union und EU hatten vor einer gewaltsamen Machtübernahme auf der Tropeninsel gewarnt. Gestern hatten Soldaten den Präsidentenpalast und die Zentralbank gestürmt. Weite Teile der Truppen haben sich dem Armeechef zufolge auf die Seite der Opposition geschlagen. Dem widersprach der Präsident. Ravalomanana hatte ein Referendum vorgeschlagen, das von der Opposition abgelehnt wurde. Die forderte die Verhaftung des Präsidenten wegen Machtmissbrauchs und Bereicherung im Amt. Oppositionsführer Andry Rajoelina ernannte sich selbst zum Präsidenten einer Übergangsregierung – er genießt durchaus Rückhalt: “Es gibt eine große Schere zwischen Arm und Reich und die Regierung tut nichts dagegen”, sagt ein Madagasse. Deshalb protestierten die Menschen, deshalb übernehme die Armee die Verantwortung. Seit Januar kamen in dem Machtkampf mindestens 140 Menschen ums Leben. Investoren sind verunsichert, die Tourismusindustrie liegt am Boden.