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Die Alijew-Dynastie von Aserbaidschan

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Die Alijew-Dynastie von Aserbaidschan

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Der politische Aufstieg des Ilcham Alijew begann an der Seite seines Vaters. Eine post-sowjetische Karriere, wie man sie auch aus andereren ehemaligen Sowjetrepubliken kennt. Vater Geidar Alijew, ein ehemaliger KGB-Offizier, stand seit 1969 an der Spitze der Kommunistischen Partei Ascherbaidschans.

Nach dem Tod von Leonid Breschnew – zu Beginn der Perestroika – stieg Vater Alijew auf zum Mitglied des Polibüros der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Über ihm stand damit in Moskau nur noch Michael Gorbotschow. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR Ende 1991 wurde der bisherige Parteichef zum Präsidenten des nun unabhängigen Staates gewählt. Beobachter nennen die Präsidentenwahl von 1992 den einzigen demokratischen Urnengang im unabhängigen Aserbaidschan. Bevor Vater Alijew neun Jahre später starb, hatte er Sohn Ilcham bereits zum Ministerpräsidenten gemacht. Der ließ sich nach Vaters Tod im Oktober 2003 zum Staatsoberhaupt wählen. Mehr als 80 Prozent Ja-Stimmen wurden gezählt. Die Zeiten waren günstig für das erdölreiche Land am Kaspischen Meer. Der Sohn führte also die Politik des Vaters fort. Gut ausbalanziert zwische dem mächtigen Nachbarn Russland und westlichen Staaten mit ihren kapitalkräftigen Erdölgesellschaften. Der Erdölboom bescherte dem Land zunächst fantastische Wachstumsraten von bis zu 21 Prozent – ehe die Krise die Ölpreise fallen ließ. Schlimm für einen Staat, dessen gesamte Wirtschaft von einem einzig Bereich dominiert wird. Am Erdöl hängen rund 60 Prozent der Exporteinnahmen! Entsprechen drastisch wirken sich alle Schwankungen auf dem Weltmarkt für Rohstoffe auf Aserbaidschan aus : Von den gut acht Millionen Aserbaidschanern leben rund 2 Millionen als Arbeitsemigranten in Russland. Dass als Folge der Krise ihre Geldüberweisungen in die Heimat zurückgehen, verstärkt daheim wirtschaftliche und soziale Probleme. In solchen Zeiten wird gern nach einem “starken Mann” gerufen.