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Krankenhausskandal in England

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Krankenhausskandal in England

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Ein Krankenhausskandal sorgt in England für Aufregung: Nachdem erhöhte Todeszahlen in der Notaufnahme bekannt wurden, begann letztes Jahr eine Untersuchung im Spital von Stafford.

Die Ergebnisse liegen jetzt vor: “Das hat uns schockiert”, sagt Sir Ian Kennedy, der Leiter der Untersuchungskommission; “es waren schreckliche Zustände. Nichts klappte, an keinem Punkt – angefangen, wenn die Patienten eingeliefert wurden, bis sie irgendwo in einer Station waren.” Für die Kommission ist klar, dass auf Grund dieser Zustände auch Patienten starben und viele andere unnötigen Leiden ausgesetzt waren. “Patienten wurden nicht ernährt und nicht zur Toilette gebracht”, sagt Julie Bailey, deren Mutter hier im Krankenhaus starb – seitdem hat sie sich für die Aufdeckung der Missstände eingesetzt. “Die Patienten haben mit der Plastfolie am Essen gekämpft, haben mit Fingern gegessen, mit Fingern, an denen Kot war.” Zu wenige Schwestern; Empfangspersonal, das Patienten bei der Einlieferung untersuchte; abgeschaltete Geräte, weil sie keiner bedienen konnte – das ist nur einiges von dem, was die Kommission festgestellt hat. “Die Krankenhausleitung hatte gar keinen Grund, Stellen zu kürzen”, sagt Gesundheitsminister Alan Johnson; “anscheinend hatten sie sich einfach vorgenommen, zwölf Millionen Pfund zu sparen.” Inzwischen hat der Krankenhausbetreiber wieder Leute eingestellt: knapp vierzig Ärzte sowie hundert Schwestern und Pfleger.