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Algeriens Präsident vor seiner 3. Amtszeit?

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Algeriens Präsident vor seiner 3. Amtszeit?

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In Algerien hat offiziell der Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl begonnen. Wahltag ist der 9. April. Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika tritt gegen fünf relativ unbekannte Kandidaten an. Für den gesundheitlich Angeschlagenen 71-Jährigen wäre es die dritte Amtszeit. Seine Bewerbung hatte ver am 12. Februar bei dieser inszenierten Massenveranstaltung mit den Worten bekanntgegeben: “Jeder wird verstehen, dass es für mich sehr schwer wäre, nicht auf den Ruf des Volkes zu reagieren. Darum habe ich mit Gottes Hilfe entschieden, mich zur Wahl zu stellen.”

Präsident Bouteflika führt das nordafrikanische Land seit 1999. Im November 2008 hatte er die Verfassung ändern lassen, die zuvor höchstens zwei Mandate vorsah. Beobachter räumen keinem der fünf Gegenkandidaten eine echte Chance ein. Die Opposition hatte schon die Verfassungsänderung heftig kritisiert. Said Saadi von der “Sammlungsbewegung für Kultur und Demokratie”, der die Minderheit der Berber aus der Kabylei im Parlament vertritt, nannte die Verfassungsänderung, die dem Präsidenten eine Verlängerung seiner Macht erlaubt, sogar einen “verdeckten Staatsstreich”. Algerien hat in den zehn Jahren unter Bouteflika eine durchaus beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung genommen – dank seine Erdölreichtums. Bouteflika hat es mit seiner “Politik der Versöhnung” verstanden, nach den Jahren blutiger Gewalt das Land einigermaßen zu befrieden. Die Gegenkandidaten bei dieser Präsidentenwahl sind weitgehend unbekannte Persönlichkeiten, denen die Mittel für einen wirkungsvollen Wahlkampf fehlen. Einzig die Trotzkistin Louisa Hanoune hatte sich schon 2004 zur Wahl gestellt. Sie sagt, sie wolle mit ihrer Kandidatur dem algerische Volk das Gefühl vermitteln, dass es möglich sei, sich durch die Stimmabgabe einzumischen. Denn die Höhe der Wahlbeteiligung ist auch bei diesem Urnengang die einzige Unbekannte. Seine letzte Wahl gewann Bouteflika 2004 mit fast 85 Prozent der abgegebenen Stimmen – bei einer Wahlbeteiligung von 58 Prozent.