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Kaum noch Geld für Streik: Protesttag in Frankreich

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Kaum noch Geld für Streik: Protesttag in Frankreich

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In Frankreich haben die Gewerkschaften zum Protest gegen die Krisenpolitik der Regierung aufgerufen. Der Pariser Nahverkehr blieb nahezu unbeeinträchtigt, im Fernverkehr rollte jeder zweite Zug. Einige Flüge wurden gestrichen. Weil sich viele Kurzarbeiter weitere Einbußen nicht leisten können, liegt der Schwerpunkt nicht auf Streiks, sondern auf Kundgebungen. Die Forderung: Weitere Konjunkturspritzen und eine Rücknahme von Steuervorteilen für Besserverdienende.

Drei von vier Franzosen unterstützen Umfragen zufoge den Streik. “Die haben recht”, sagt ein Mann, “die Kaufkraft nimmt immer weiter ab. Ich denke, man muss sich bewegen, damit sich die Dinge ändern. Deswegen unterstütze ich den Streik, zu 100 Prozent!” Ein anderer ist skeptisch. Die Gründe mögen legitim sein, ja die Unzufriedenheit dürfe sich ausdrücken, aber er hoffe, dass dauere nicht lange. Gestern hatten bereits in mehreren Betrieben die Beschäftigten die Arbeit niedergelegt. Die Regierung lehnte weitere Maßnahmen zur Förderung der Kaufkraft ab. Beobachter fürchten, dass sich die Proteste radikalisieren. Die Gewerkschaften hofften, dass sich noch mehr Menschen an den Kundgebungen beteiligen als beim Generalstreik Ende Januar. Damals waren mehr als zwei Millionen Menschen auf die Straßen gegangen.