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Massenprotest in Frankreich für mehr Krisenhilfe

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Massenprotest in Frankreich für mehr Krisenhilfe

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Zum zweiten Mal binnen eineinhalb Monaten haben die Franzosen mit Massenkundgebungen und Streiks gegen die Konjunkturpolitik der Regierung protestiert. Die Gewerkschaften, die dazu aufgerufen hatten, sprachen von zwei bis drei Millionen Demonstranten landesweit – mehr als beim letzten nationalen Protesttag Ende Januar. Die Polizei zählte mehr als eine Million Demonstranten. Jene fordern weitere staatliche Hilfen gegen die Krise. Doch das hat die Regierung angesichts knapper Kassen abgelehnt.

Gewerkschaftsführer Bernard Thibault hält dagegen: “Immer mehr Arbeitnehmer haben das Gefühl, dass wir nicht für die Krise verantwortlich sind, dass wir aber die ersten Opfer sind, mit Jobverlust, Lohnkürzungen und mehr Druck bei den Arbeitsbedingungen. Wir fordern von der Regierung und den Industriebossen, die Maßnahmen und Entscheidungen, die über Jahre getroffen wurden, zu revidieren.” “Wir haben eine Krise wie andere Länder auch, aber wir haben einen Präsidenten, der die Krise noch verschlimmert durch falsche wirtschaftliche und soziale Entscheidungen”, so Benoit Hamon, Sprecher der sozialistischen Opposition. Etwa die Hälfte der Nahverkehrs- und Fernzüge rollte wegen des Streiks nicht. Etliche Flüge mussten gestrichen werden, Krankenhäuser, Schulen und Behörden waren ebenfalls betroffen. Doch insgesamt hielten sich die Auswirkungen in Grenzen. Da viele Arbeitnehmer sich wegen Kurzarbeit keinen Streik mehr leisten können, hatten die Demonstrationen größeren Zulauf. Laut Umfrage unterstützen gut zwei Drittel der Franzosen den Ausstand.