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Rekordbeteiligung bei Demonstrationen gegen französische Regierung

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Rekordbeteiligung bei Demonstrationen gegen französische Regierung

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In Frankreich haben Millionen Menschen gegen die Konjunkturpolitik der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy demonstriert. Es waren die größten Massenkungebungen seit dessen Wahl. Nach Angaben der Polizei waren 1,2 Millionen Menschen auf der Straße, nach Angaben der Gewerkschaften sogar drei Millionen. Zentrale Forderungen waren mehr Kaufkraft und sichere Arbeitsplätze. Bernard Thibault von der größten Gewerkschaft CGT sagte, wenn drei Millionen Menschen auf die Straße gingen, dann heisse das, dass man etwas zu verteidigen habe. Die Regierung müsse das Prinzip “Verhandlungen” akzeptieren. Jean-Claude Mailly von der Force Ouvrière forderte, dass die Regierung nicht in der Haltung des Abwartens verharren dürfe. Parallel gab es Streiks im öffentlichen Dienst, denen sich auch die Beschäftigen vieler Privatunternehmen der Auto-, Elektro- und Energiewirtschaft anschlossen. Premierminister François Fillon verzichtete wegen des Streiks auf seine Teilnahme an der Eröffnung des EU-Gipfels in Brüssel. Mit Hinweis auf das ausufernde Staatsdefizit lehnte er weitere Maßnahmen zur Konjunkturankurbelung oder zur sozialen Absicherung ab.

In Paris kam es am Abend zu Ausschreitungen, als sich eine Kundgebung an der Place de la Nation auflöste. Die Polizei nahm etwa 300 Demonstranten fest, gut 50 müssen mit rechtlichen Folgen rechnen. Neun Polizisten wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Eine Gruppe von etwa 100 mit Eisenstangen bewaffneten Randalierern hatte die Beamten mit Gegenständen beworfen.