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Irak und USA begehen 6. Jahrestag der US-Invasion

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Irak und USA begehen 6. Jahrestag der US-Invasion

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Der Irak ist derzeit nicht unbedingt das erste Reiseziel für Touristen aus dem Ausland. Doch jetzt hat laut Tourismusministerium die erste offizielle Reisegruppe mit einem britischen Veranstalter das Zweistromland besucht.

Angst um ihre Sicherheit haben sie offenbar nicht: “Ich denke, der Irak ist sicher für Touristen, aber sie sollten noch ein paar mehr Sehenswürdigkeiten für Besucher zugänglich machen, denn wenn Touristen in den Irak kommen, dann muss da auch was sein, was sie sich ansehen können”, meint eine der acht Reisenden. Genau sechs Jahre ist es her, dass die USA in den Irak einmarschierten, mit dem Argument, Massenvernichtungswaffen würden hier produziert und Al-Qaida-Touristen hätten freies Feld. Ziel war vor allem der Sturz Saddam Husseins. Ein Passant im Irak bedauert, nicht mehr das alte Regime zu haben, trotz allem, was sie damals durchzustehen gehabt hätten. Das alte Regime sei tausendmal besser gewesen als das heute, das Gewählte, für das sie ihr Blut gelassen hätten. Schade sei das. Nach sechs Jahren sei immer noch alles zerstört, nicht einmal die Infrastruktur sei wieder aufgebaut worden. Vom Patriotismus und Elan zu Zeiten der international umstrittenen Invasion ist wenig geblieben. Bis zum August nächsten Jahres wollen die USA nun ihre letzten Kampf-Truppen abziehen. Dann wird sich zeigen, ob die rivalisierenden Glaubensgruppen und Parteien sich ohne amerikanische Aufsicht besser miteinander arrangieren. Ein Anzeichen der Versöhnung sind erste Gespräche der Schiitenparteien mit der offiziell verbotenen Baath-Partei Saddam Husseins. Die Zahl der Terroranschläge und Mörserangriffe hat in den vergangenen zwölf Monaten abgenommen, Aufständische und mutmaßliche Terroristen werden bis heute von der Besatzungsmacht zu Tage gefördert. Und viele Flüchtlinge wagen nicht mehr, in ihre alten Häuser und Viertel zurückzukehren, in denen nun Landsleute einer anderen Glaubensgruppe leben.