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NATO-Luftangriffe auf Serbien 1999

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NATO-Luftangriffe auf Serbien 1999

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Belgrad am 24. März 1999: Die NATO bombadiert Jugoslawien, den von Serbien dominierten Rest dieses Staates, den es längst nicht mehr gibt. Serbische Verbände sollten daran gehindert werden, massenhaft Albaner aus der Provinz Kosovo zu vertreiben, – so die Begründung der NATO, die auf Vorgänge in dem Dorf Racak verwies und von einem Massaker sprach. Doch daran kamen schon vor dem NATO-Angriff auch im Westen erhebliche Zweifel auf. Das erklärte Ziel der NATO lautete: Serbische Truppen – reguläre Armee wie Milizen -raus aus dem Kosovo. Vier Wochen nach dem ersten Angriff trafen die Bomben in Belgrad unter anderem das staatliche Fernsehen: Es galt als wichtigstes Propagandainstrument des Regimes von Präsident Slobodan Milosevic. Vier Tage später wurde bei Novi Sad die letzte noch brauchbare Brücke über die Donau zerstört. Die Infrastruktur des Landes wurde weitgehend zerstört. Zu den “Kollateralschäden” gehörten zivile serbische Zivilisten ebenso wie die chinesische Botschaft. Das Gebäude wurde am 7. Mai getroffen, drei Menschen kamen ums Leben. Die NATO sprach von einem Versehen, die Volksrepublik China von einem Kriegsverbrechen. 79 Tage nach Beginn der Bombenangriffe befahl der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic den Abzug der Truppen. Nun traf das Schicksal von Flucht und Vertreibung die Serben, die bisher im Kosovo gelebt hatten. Der UN-Sicherheitsrat beschloss am 10. Juni den Einsatz einer Zivilverwaltung und einer Sicherheitstruppe für das Kosovo. Die einrückenden ausländischen Verbände wurden von der albanischen Bevölkerungsmehrheit freudig begrüßt. Neun Jahre später erklärte sich das Kosovo zum unabhängigen Staat. Die serbische Minderheit ist aus dem Gebiet fast verschwunden.