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Serbien gedenkt des Kriegsbeginns vor zehn Jahren

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Serbien gedenkt des Kriegsbeginns vor zehn Jahren

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Mit Sirenengeheul hat Serbien an den Beginn der NATO-Luftangriffe vor zehn Jahren erinnert. In Schulen und Behörden begann der Tag mit einer Schweigeminute für die mehr als 3500 Landsleute, die nach serbischen Angaben bei den Luftangriffen ums Leben kamen. Auch die Regierung in Belgrad legte eine Schweigeminute ein. In einer Ansprache bezeichnete Ministerpräsident Mirko Cvetkovic den Luftangriffe gegen sein Land als eine der “tragischsten” Episoden der europäischen Geschichte in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Der Angriff sei illegal gewesen, ein Bruch des Völkerrechts, ohne Beschluss der Vereinten Nationen. Die Bombardements hätten weitreichende Folgen gehabt für Serbien und die Region und für die internationalen Beziehungen. Eine weitreichende Folge war für Serbien der Verlust der Provinz Kosovo. Dort wird der Vorgang anders bewertet. Ministerpräsident Haschim Thaci begab sich an die Grenze zur früheren jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien, wo er einen Gedenkstein einweihte – für Kosovo-Albaner, die vor den Serben über die Grenze geflüchtet waren. Er habe ein gutes Gefühl an diesem Tag, sagte Thaci, denn vor zehn Jahren sei dieser Ort voller serbischer Soldaten, Polizisten und einfach Mörder gewesen. Heute gebe es hier die Symbole des unabhängigen Staates Kosovo, und das werde immer so bleiben. Für Serbien bleibt das Kosovo eine abtrünnige Provinz. Die dortigen Probleme seien nicht gelöst, sagte der serbische Regierungschef: Dort gebe es heute weder Frieden noch einen Rechtsstaat.