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Vor zehn Jahren erste Nato-Bomben

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Vor zehn Jahren erste Nato-Bomben

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Am 24. März 1999 hat die NATO mit der Bombardierung Jugoslawiens begonnen. Sie wollte damit militärische und paramilitärische serbische Verbände in der Provinz Kosovo stoppen. Zuvor hatten die Serben mehrere hunderttausend Albaner gewaltsam vertrieben, um das Kosovo – wie es hieß – “ethnisch zu säubern”. Nach 79 Tagen zog der damalige Präsident und Autokrat Slobodan Milosevic seine Einheiten ab. Heute ist das Kosovo ein selbstständiger Staat. Vor dem Weltsicherheitsrat in New York lieferten sich die Vertreter Serbiens und des Kosovo gestern einen heftigen Schlagabtausch. Serbiens Präsident Boris Tadic sagte, es sei offensichtlich, dass das Kosovo 13 Monate nach der illegalen Unabhängigkeitserklärung kein Staat sei. Der Schutz der Menschenrechte sei minimal, das zeige schon die Tatsache, dass die Zahl der Kosovo-Serben und anderer Nicht-Albaner, die in die Provinz zurückkehrten, gering sei. Der kosovarische Außenminister Skender Hyseni wiederum beschuldigte Belgrad, illegale, parallele Strukturen aufzubauen, die den Serben nutzten, die aber nie angemessene Unterstützung zur Lösung ihrer Probleme böten. Auch zehn Jahre nach der Bombardierung des damaligen Jugoslawiens durch die NATO gibt es in Serbien nach einer norwegischen Untersuchung immer noch mehr als 2500 nicht explodierte Streubomben. Gefährdet seien dadurch rund 160.000 Menschen.