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Transatlantischer Konjunktur-Disput vor G 20

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Transatlantischer Konjunktur-Disput vor G 20

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Führende EU-Politiker haben der US-Forderung nach weiteren Konjunkturspritzen eine Absage erteilt.

US-Präsident Barack Obama hatte die führenden Wirtschaftsnationen wiederholt zu weiteren Konjunkturpaketen aufgerufen, um die Wirtschaftskrise zu überwinden. “Die europäischen Konjunkturprogramme sind solide, sie sind anspruchsvoll und bedeutend, was ihren Umfang und ihre Qualität betrifft”, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker in einem Interview. Eine Erhöhung der Ausgaben stehe außer Frage, so der luxemburgische Regierungschef. Das verspricht lebhafte Diskussionen auf dem Weltfinanzgipfel der 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländer (G20) Ende kommender Woche in London. Die US-Regierung stützt die Weltkonjunktur mit rund 600 Milliarden Euro, die EU-Mitgliedsstaaten mit 400 Milliarden Euro. Ohne einzelne Länder zu nennen, sagte Obama auf einer Pressekonferenz an die Adresse Europas: “Gefordert habe ich von ihnen gar nichts. Ich habe nur nahegelegt, dass alle etwas unternehmen müssen, um der Wirtschaft aufzuhelfen. Wir möchten nicht, dass einige Länder außergewöhnliche Anstrengungen unternehmen und andere nicht. In der Hoffnung, dass die Länder, die mehr tun, die anderen mit aus der Krise ziehen. Jemand muß die Führung übernehmen.” Mirek Topolanek, der bei einem Misstrauensvotum gescheiterte tschechische Ministerpräsident, hat die US-Konjunkturhilfen als “Weg in die Hölle” kritisiert.