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Montenegro hat die Wahl

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Europa und die Wirtschaft: Das sind die großen Themen der vorgezogenen Wahlen in Montenegro. Milo Djukanovic, seit 1991 in der montenegrinischen Politik, präsentiert beide Themen als Argumente, wiedergewählt zu werden. Der Ministerpräsident war in Montenegro schon am Steuer, als sich das kleine Land an der Adria 2006 von Serbien löste. Ihr Staatsverband war einst als Rest-Jugoslawien bekannt. Nun will Djukanovic sein Land in die Europäische Union führen. Im vergangenen Dezember, als Frankreich die EU-Ratspräsidentschaft innehatte, beantragte Djukanovic bei Präsident Nicolas Sarkozy und EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn den Status eines Beitrittskandidaten für Montenegro.

Die EU stellte Bedingungen: Montenegro müsse gegen Korruption und organisiertes Verbrechen vorgehen. Das hat Olli Rehn jüngst bekräftigt. Er wolle Montenegro ermutigen, auch weiterhin seine öffentliche Verwaltung zu verstärken, seinen Rechtsstaat, und gegen organisiertes Verbrechen und Korruption vorzugehen, so Rehn. Das sind nicht die einzigen Problme, mit denen sich Montenegro auseinandersetzen muss. Die Weltwirtschaftskrise bedroht die montenegrinische Wirtschaft, die sich noch im Übergang befindet. Das Wirtschaftswachstum, das 2007 noch mehr als zehn Prozent betragen hatte, ging im folgenden Jahr auf acht Prozent zurück, und für das laufende Jahr wird nur noch ein Wachstum von zwei Prozent erwartet. Eine Haupteinnahmequelle der 670 000 Montenegriner ist der Fremdenverkehr: Er erbringt ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts. Nach der Unabhängigkeit 2006 kamen 200-tausend Touristen nach Montenegro. 2007 stieg diese Zahl um volle 50 Prozent. Doch in diesem Jahr müssen die Montenegriner wegen der weltweiten Finanzkrise mit einer schlechten Urlaubssaison rechnen. .