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Gebremstes Interesse an Parlamentswahl

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Gebremstes Interesse an Parlamentswahl

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Die vorgezogene Parlamentswahl in Montenegro stößt auf gebremstes Interesse der Bevölkerung. Bis zum Nachmittag lag die Beteiligung der rund 500.000 Wahlberechtigten unter dem Niveau vor drei Jahren, so Wahlforscher in der Hauptstadt Podgorica.

Entschieden wird über die Besetzung von 81 Parlamentsmandaten. Ministerpräsident Milo Djukanovic, dessen ‘Demokratische Partei der Sozialisten (PDS)’ seit 18 Jahren regiert, kann nach Umfragen mit einem deutlichen Sieg rechnen. Der Mittelmeer-Anrainerstaat Montenegro hatte sich 2006 nach einem Volksentscheid von Serbien losgesagt. Seither strebt die Regierung Djukanovic nach einer Mitgliedschaft in EU und NATO. Bei der Opposition wird vor allem das Abschneiden der “Neuen Serbischen Demokraten” (NOVA) mit Spannung erwartet. Prognosen geben ihnen 12 Prozent. Sie vertreten eine Wiederannäherung an Serbien. Die Sozialisten unter Srdjan Milic können letzten Umfragen zufolge mit 17 Prozent der Stimmen rechnen. Die Regierung hatte die Wahl um eineinhalb Jahre vorgezogen – um nach dem Beitrittsgesuch zur EU im Dezember eine volle Legislaturperiode an diesem Ziel arbeiten zu können, so die Begründung – Kritiker meinen dagegen: bevor die internationale Wirtschaftkrise auch Montenegro in Existenznöte stürzt. Der wichtigste Devisenbringer, ein Aluminiumwerk, ist pleite. Der die Nummer zwei, der Tourismus, droht einzubrechen. Erste Wahlergebnisse werden gegen Mitternacht erwartet.