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Flüchtlingsdrama zum Auftakt der Schleusersaison

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Flüchtlingsdrama zum Auftakt der Schleusersaison

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Überlebende des Flüchtlingsdramas vor der libyschen Küste sind am Dienstag in den Hafen von Tripoli gebracht worden. Nach dem Untergang von drei überladenen Flüchtlingsbooten gut 90 Kilometer vor Tripoli werden mehr als 300 Menschen vermisst. Es besteht kaum noch Hoffnung, dass Schiffbrüchige lebend geborgen werden können.

Rettungsmannschaften konnten erst 23 Leichen bergen. Die drei Schiffe waren am Samstagabend von der bei Tripoli gelegenen kleinen Hafenstadrt Sidi Bilal in See gestochen und befanden sich auf dem Weg nach Italien. Ein viertes Schiff geriet in der Nähe einer Ölplatform in Seenot. 350 illegale Einwanderer befanden sich auf dem völlig überladenen Schiff, das wie die anderen keinerlei Rettungsausrüpstung mitführte. Die libysche Küstenwache sleppte das Boot in den Hafen von Tripoli, 17 Bootflüchtlinge wurden völlig erschöpft in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Flüchtlinge stammen unter anderem aus Nigeria, Somalia, Eriträa, dem syrischen Teil Kurdistans, den Paläsitinensischen Autonomiegebieten, Ägypten, Tunesien und Marokko. Der UN-Hochkomissar für Flüchlinge bedauerte den Vorfall, der den “Auftakt zur diesjährigen Schleusersaison” bilde.