Eilmeldung

Eilmeldung

Argentiniens Ex-Präsident Alfonsín gestorben

Sie lesen gerade:

Argentiniens Ex-Präsident Alfonsín gestorben

Schriftgrösse Aa Aa

Argentinien trauert um Raúl Alfonsín. Der frühere Staatspräsident ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Alfonsín litt an Lungenkrebs. Er starb in seinem Haus in Buenos Aires. Dort kamen in der Nacht zahlreiche Anhänger zusammen. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Präsidentin Cristina Fernandez Kirchner würdigte Alfonsín als Symbolfigur für Argentiniens Rückkehr zur Demokratie. Nach dem Ende der jahrzehntelangen Militärdiktatur war er von 1983 bis 1989 das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt. Als Gegner der Junta war Alfonsín mehrmals inhaftiert worden. Als Präsident sorgter er dann dafür, dass führende Mitglieder der ehemaligen Militärregierung vor Gericht kamen und verurteilt wurden. Unter dem Druck der Militärs unterschrieb der Präsident später aber eine Amnestie. Alfonsín sorgte zudem für Frieden mit dem Nachbarland Chile und gilt als ein geistiger Vater des Gemeinsamen südamerikanischen Marktes Mercusor. Auf der anderen Seite trat Alfonsín noch vor dem Ende seiner Amtszeit zurück: Gegenüber dem Zusammenbruch der argentinischen Wirtschaft war er machtlos. Die Armutsrate verdoppelte sich. Die Inflation erreichte einen Rekordstand, ebenso die Auslandsschulden.