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Ausschreitungen bei Protesten gegen G-20-Gipfel

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Ausschreitungen bei Protesten gegen G-20-Gipfel

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Im Vorfeld des G-20-Gipfels haben in London tausende Menschen gegen das ihrer Meinung nach gescheiterte Finanzsystem protestiert. Dabei kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei beklagte eine gestiegene Gewaltbereitschaft. Mehrere Beamte wurden verletzt.

Rund 4000 Demonstranten zogen durch das Bankenviertel. Sie warfen die Scheiben der vom Staat geretteten Royal Bank of Scotland ein. Die meisten Fenster waren jedoch gesichert worden. Von oben wedelten einige Banker mit Geldscheinen. Einige hundert Demonstranten versuchten, die britische Notenbank zu stürmen. Mehr als 20 Personen wurden festgenommen, darunter elf, die mit falschen Polizeiuniformen unterwegs waren. Die meisten aber protestierten friedlich: “Wir werden den Kapitalismus herausfordern”, sagt ein Demonstrant, “wir wollen zeigen, dass man es auch anders machen könnte in dieser Welt. Der Kapitalismus stirbt gerade, er frisst sich selbst auf.” Aber auch Globalisierungsgegner und Umweltschützer mischten sich unter die Demonstranten, wie eine, die sich als Meerjungfrau verkleidet hatte: Sie sorge mich um das Ansteigen des Meeresspiegels und den Klimawandel, als Meerjungfrau habe sie natürlich Angst, dass ihr natürlicher Lebensraum bald verloren gehe. Die einst gegen die Irak-Invasion gegründete Anti-Kriegs-Bewegung rief zu einem Protestmarsch von der US-Botschaft zum Trafalgar Square auf. Die Londoner Polizei sprach angesichts von Gipfelteilnehmern und Gipfelgegnern von einer nie dagewesenen Herausforderung. 5000 Beamte sind im Einsatz.