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Mehr Regulierung, weniger Oasen

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Mehr Regulierung, weniger Oasen

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Auf eine Generalüberholung des krisengeschüttelten Weltfinanzsystems haben sich die G-20-Gipfelteilnehmer, die 19 führenden Industrienationen sowie die EU, in London geeinigt. Sie machen 85 Prozent der Weltwirtschaftskraft aus, und das heißt, wenn sie an einem Strang ziehen können, kann es einen Weg aus der Krise geben.

Der britische Premierminister Gordon Brown sprach von einem hohen Mass an Übereinstimmung in der Abschlusserklärung des G20-Gipfels: “Wir haben uns darauf geeinigt, dass Steueroasen der Garaus gemacht werden muss, den Ländern, die keine Informationen herausrücken. Das Bankgeheimnis in seiner heutigen Form muss der Vergangenheit angehören.” Außerdem werden die Banken verpflichtet, in guten Zeiten Kapitalpolster anzuhäufen, um besser gegen Krisen gewappnet zu sein. Hedgefonds müssen sich künftig registrieren lassen. Die Fonds würden auch dazu verpflichtet, Informationen über ihre Aktivitäten an die Aufsichtsbehörden weiterzugeben. Auch sagte Brown, man sei sich einig, dass jede Form der Marktabschottung vermieden werden müsse. Weiter erklärte er: “Die G-20-Länder haben sich auf ein riesiges wirtschaftliches Stimuluspaket geeinigt. Wir werden 5000 Milliarden in die Weltwirtschaft pumpen.” Mit Milliardengarantien soll der Welthandel wieder in Schwung gebracht werden. Dies sei der Tag, an dem die Welt zusammenkommen sei, um gegen die globale Rezession zurückzuschlagen, nicht mit Worten sondern mit einem Plan für eine weltweite Erholung und Reform, so Brown. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem “historischen Kompromiss”. Auf einem Folgegipfel im Herbst soll Merkel zufolge auch über eine Charta für nachhaltiges Wirtschaften gesprochen werden. Darin sollen sich die Staaten verpflichten, Wachstum und Ökologie miteinander zu verbinden.